Datenanalyse mit Excel: Tipps für Power Query und Power Pivot

Excel ist längst nicht mehr nur eine einfache Tabellenkalkulation. Mit "Power Query" und "Power Pivot" kannst Du Daten aus verschiedenen Quellen importieren, verwalten und analysieren. Das erlaubt fundierte Entscheidungen und spannende Einblicke in die Daten (respektive die daraus gewonnenen Informationen). In diesem Beitrag werde ich Dir einen kurzen Einblick in die Welt der fortgeschrittenen Datenanalyse mit Excel geben und einige Tipps für die effektive Nutzung der Tools "Power Query" und "Power Pivot" vorstellen.

Power Query ist ein Tool, das es Dir ermöglicht, Daten aus unterschiedlichen Quellen wie Datenbanken, Textdateien, Webseiten und mehr zu importieren und zu transformieren. Mit Power Query können Daten bereinigt und für Analysen vorbereitet werden, ohne dass komplexe Formeln geschrieben werden müssen. Power Pivot ist ein leistungsstarkes Datenmodellierungstool, das es Dir ermöglicht, grosse Mengen an Daten aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen und zu analysieren. Es ermöglicht die Erstellung von Beziehungen zwischen Tabellen und die Durchführung komplexer Berechnungen mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche.

Somit bietet der Einsatz von Power Query und Power Pivot eine Vielzahl von Vorteilen für Deine Datenanalyse in Excel: Effizienzsteigerung, Datenintegration, leistungsstarke Berechnungen und interaktive Analysen. Neben Zeitersparnissen und der Reduktion von Fehlern durch Direktanbindungen kannst Du komplexe Berechnungen durchführen, die über die Funktionen von Excel hinausgehen - beispielsweise durch die Erstellung von DAX-Formeln (Data Analysis Expressions). Es lassen sich interaktive Dashboards und Berichte erstellen, die auf dynamische Weise Analysen und Einblicke in Deine Daten ermöglichen.

Unterschied zu klassischen Pivot-Tabellen

Klassische Pivot-Tabellen in Excel bieten eine Möglichkeit, Daten zu analysieren und Zusammenfassungen zu erstellen, indem sie Zeilen- und Spaltendaten aggregieren. Während sie für grundlegende Analysebedürfnisse nützlich sind, haben sie ihre Grenzen, insbesondere wenn es um die Verarbeitung grosser Datenmengen und die Durchführung komplexer Berechnungen geht. Power Pivot bietet im Vergleich dazu erweiterte Funktionen und Flexibilität. Es ermöglicht nicht nur die Verbindung von Daten aus verschiedenen Quellen, sondern wie erwähnt auch die Erstellung von Beziehungen zwischen Tabellen und die Durchführung komplexer Berechnungen über DAX-Formeln. Darüber hinaus können mit Power Pivot umfassendere Analysemodelle erstellt werden, die eine detailliertere Untersuchung der Daten ermöglichen.

Tipps für den Einstieg

Für Einsteiger in die Nutzung von Power Query und Power Pivot gibt es einige Tipps, die Deinen Start erleichtern. Allen voran die praktische Anwendung und das Experimentieren: Beginne mit kleinen Datenmengen und übe die Anwendung von Power Query und Power Pivot in realen Szenarien, um dein Verständnis zu vertiefen. Experimentiere und nutze die verschiedenen Funktionen und Optionen von Power Query und Power Pivot, um zu verstehen, wie Du deine Daten am effektivsten analysieren und präsentieren kannst. So erhältst Du ein Grundverständnis, was möglich ist und kannst im Nachgang weitere (Online-)Ressourcen konsultieren, Übungen nachahmen und fortgeschrittenere Lerneinheiten absolvieren.

Text in Pivot-Feldern anzeigen

Eine Pivot-Tabelle setzt man insbesondere ein, um Daten zu verdichten und in eine aggregierte Form zu bringen. Dabei werden normalerweise Kategorien oder Posten als "Zeilen" auf der linken Seite angeordnet, zu denen man auf der rechten Seite die zusammengeführten Details wie beispielsweise "Umsatz" als Werte darstellt. Neben den Wertfeldeinstellungen (Summe, Anzahl, Mittelwert, etc.) kannst Du die Werte auch anzeigen als % des Gesamtergebnisses, laufende Summe in % (= kumuliert) usw. Gehe hierzu in der Pivot-Feldliste auf das Wertfeld und wähle "Wertfeldeinstellungen...":

Pivot-Wertfeldeinstellungen

Wähle danach entweder das Register "Werte zusammenfassen nach" oder "Werte anzeigen als", um die gewünschte Anzeige zu erlangen:

Pivot-Wertfeldeinstellungen_Details

Pivot-Wertfeldeinstellungen_Details2

Durch die obigen Einstellungen wird jedoch etwas erkennbar: Wir aggregieren jeweils Werte, mit denen mathematische Operationen möglich sind. Es ist nicht möglich, Texte als Werte darzustellen. Selbiges gilt für Berechnete Felder.

Möchte man Texte als Werte darstellen, erhält man höchstens die Anzahl Einträge; es gibt keine anderslautenden Wertfeldeinstellungen. Um das gewünschte Ergebnis zu erlangen, benötigt es einen "Workaround". Eine Alternative bietet Dir die weitere Anordnung der "Texte" als Zeilen, unterhalb Deiner gewünschten Hauptkategorie. Zunächst sind die Informationen untereinander angeordnet:

Pivot-Aggregation_Text-in-Pivot

In einem früheren Beitrag wurde dargestellt, wie man mehrere Angaben als Zeilen hinterlegen und diese anordnen kann.

Falls jedoch die Umsätze eine höhere Relevanz haben und die Zusatztexte erst weiter rechts erscheinen sollten, benötigt es einen Workaround. Kopiere die bereits erstellte Pivot-Tabelle und füge sie unmittelbar rechts davon erneut ein. Du musst nicht einmal Werte in dieser zweiten Pivot einfügen, die Zeilen sollten jedoch Deine Produkte und beispielsweise den Hauptlieferant ("Biobauer Meier", "Importeur A", "Bauer Muster") zunächst untereinander anordnen - wie im Screenshot oben illustriert. Öffne zunächst die Feldeinstellungen von "Produkt":

Pivot-Feldeinstellung_Produkt

Wähle daraufhin in der ersten Maske (Teilergebnisse) "Keine" und unter dem Register "Layout & Drucken" die Option "Elementnamen im Tabellenformat anzeigen". Somit werden die Daten nebeneinander aufgeführt. Eine ausführliche Erläuterung findest Du im verlinkten Beitrag oben.

Um nun das finale Format zu erlangen, blende einfach die Spalte C aus und es sieht aus, als wären Deine Texte als Werte in der Pivot angezeigt.

Abschliessende Bemerkungen und Hinweise

Bitte beachte, dass diese Variante nicht funktionieren kann, wenn Du mehrere Werte mit Spalteneinträgen in der Pivot (von links nach rechts; beispielsweise Jahreszahlen) aufbrechen und darstellen möchtest.

Falls der Anwender die Pivot-Tabelle filtern möchte, zieht es diese Einstellungen natürlich nur in einer Tabelle nach. Falls Du jedoch mit einem Datenschnitt (Slicer) oder einer Zeitachse (siehe Datenschnitt / Slicer in Pivot-Tabellen und Verknüpfungen zweier Pivot-Tabellen) arbeitest, kannst Du mit Berichtsverbindungen erlangen, dass beide Pivot-Tabellen gleichzeitig gefiltert werden.

Datumsaggregation und -gliederung in Pivot-Tabellen

Vor einiger Zeit habe ich bereits einmal über die automatische Datumsaggregation in Pivot-Tabellen (in Excel 2016) getextet. Ich zeige Dir hier auf, wie Du selbst steuern kannst, auf welcher Ebene Du ein Datum aggregiert und gegliedert haben möchtest - auch in älteren Excel-Versionen. Wähle dazu zuerst die entsprechenden Felder, die Du im Bericht darstellen möchtest:

pivotfeldlistedatumaggregation

Klicke als nächstes auf Deine Pivot-Tabelle und selektiere eine Zelle mit einem Datum:

datumselektierendatumaggregation

Daraufhin gehst Du im Menüband unter dem Punkt "Daten" auf "Gruppieren":

gruppierendatumaggregation

In der nächsten Maske kannst Du Deine Gliederung der Daten beliebig wählen - klicke einfach auf die entsprechenden Schaltflächen und bestätige mit "OK":

gruppieren2datumaggregation

Das Ergebnis ist in diesem Falle, dass wir die Daten auf Monate, Quartale und Jahre aggregiert haben und alle Gruppierungen in einer separaten Zeile zum Auf- und Zuklappen haben:

gruppierenergebnisdatumaggregation