Vereinfachter (S-)Verweis - Anwendung der Formel XVERWEIS

Die Formel "SVERWEIS" ist eine der bekanntesten in Excel - da sie mächtige Überprüfungen durchführen und Ergebnisse liefern kann, aber eben auch manch einem Benutzer Probleme bereitet. Diverse Angaben und Regeln müssen erfüllt werden, damit man zum gewünschten Resultat gelangt. Ein Nachteil der Formel ist zudem, dass die Ergebnisspalte rechts von dem Suchwert stehen muss (siehe hierzu eine ebenfalls valide Lösung SVERWEIS nach links).

In diesem Beitrag wird eine neuere Formel "XVERWEIS" vorgestellt. Diese Funktion ist deutlich intuitiver, wie die ersten drei Argumente der Syntax zeigen (nur diese drei sind notwendig, die Angaben in den eckigen Klammern können ignoriert werden):

XVERWEISSyntax

Die erste Angabe verlangt analog dem SVERWEIS ein Suchkriterium - nach welchem Wert soll gesucht werden? Die Suchmatrix ist z.B. die Spalte, in welcher das Suchkriterium steht. Beim SVERWEIS wird es bereits an dieser Stelle kompliziert, da die Matrix sowohl das Suchkriterium wie auch das Resultat enthalten muss. In dieser Formel ist das dritte Argument die Rückgabematrix (z.B. die Spalte, in der das Resultat steht). Wie erwähnt hat die Formel drei weitere Argumente in eckigen Klammern - diese sind fakultativ und bieten weitere Möglichkeiten, auf die wir hier nicht eingehen.

Schauen wir uns ein konkretes und simples Beispiel an. Eine Tabelle enthält die Regionalleiter und deren E-Mail-Adressen. In Spalte F suchen wir nach der Region, um die E-Mail zu erhalten:

XVERWEISSpalten1

Wechseln wir das Suchkriterium von "Nordeuropa" zu "Nordamerika", erhalten wir die entsprechende E-Mail-Adresse.

XVERWEISSpalten2

Dies ist die effektive Formel in der Zelle "G3":

=XVERWEIS(F3;B3:B8;D3:D8)

Selbstverständlich könnte man auch hier Werte "absolut" setzen (Dollarzeichen), damit man die Formel vereinfacht kopieren könnte - hier wird allerdings nur ein einziger Wert gesucht.

Beachte zudem: Mit der Formel ist nicht nur der "SVERWEIS" (Spalten) möglich, sondern auch der "waagrechte" Verweis (WVERWEIS). Die oben aufgeführte Tabelle habe ich transponiert, um den XVERWEIS auf ein solches Format anzuwenden. Unten wird die "gedrehte" (transponierte) Tabelle sowie die angepasste XVERWEIS-Formel dargestellt. Um die Abbildung übersichtlicher zu gestalten, habe ich gewisse Spalten (D bis G) gruppiert und ausgeblendet.

XVERWEISZeilen1

Die Formel in Zelle "C7" lautet:

=XVERWEIS(B7;C2:H2;C4:H4)

Verweis (SVERWEIS) mit mehreren Suchkriterien erstellen

Wir hatten schon einmal über den "SVERWEIS" nach links, respektive den "WVERWEIS" nach oben gesprochen. Den Beitrag dazu findest Du unter diesem Link. Mittels den dort verwendeten Formeln können wir auch einen Verweis mit mehreren Suchkriterien erstellen. Das eignet sich insbesondere bei dynamischen Berichten. Schauen wir uns ein Beispiel und die zu verwendende Tabelle an:

WechselkursTabelle1

Unser Verweis soll uns in der Zelle "E3" einen Kurswert ausgeben, der zwei Kriterien entspricht: Der Währung und dem Monat; Entsprechend dieser beiden Selektionen soll in der Matrix unterhalb der Wechselkurs ermittelt werden. Die beispielhaft verwendeten Kurse zum Schweizer Franken stammen aus einem originellen Tool von www.oanda.com.

Als Grundgerüst verwenden wir die eingangs verlinkte Formel "=VERWEIS" und "=VERGLEICH" in Kombination. Die komplette Formel, um unseren oben definierten Wechselkurs ausgeben zu können, lautet:

=INDEX(C6:G8;VERGLEICH(C3;B6:B8;0);VERGLEICH(D3;C5:G5;0))

... und nun zur Formel selbst und deren Bestandteile: Die erste Angabe (C6:G8) ist unserer Bereich mit den Wechselkursen - dieser beinhaltet alle möglichen Resultate unserer Suche. Das heisst, ein Wert aus diesem Bereich wird schlussendlich von unserer Formel in "E3" ausgegeben. Die Index-Formel verlangt daraufhin nach der "Zeile", also in welcher Zeile des Bereichs/Arrays sich der Wert befindet. Diese müssen wir allerdings erst noch ermitteln - es könnte ja einer von drei Währungen sein. Deshalb stellen wir einen "VERGLEICH" von "C3" gegenüber den Möglichkeiten innerhalb von "B6:B8" her. Ein zweiter Vergleich wird für die Monate durchgeführt, womit die korrekte Spalte ermittelt wird. Der Suchablauf verläuft wie folgt:

WechselkursTabelleVorgehen1

Strukturieren wir unsere Basis-Tabelle etwas um, kommen wir mit der obigen Formel leider nicht ganz ans Ziel. Dies ist die neue Ausgangslage:

WechselkursTabelle2

Unsere beiden Suchkriterien bleiben zwar dieselben, sie stehen nun aber nicht mehr in Spalte und Zeile, sondern nur noch in nebeneinanderliegenden Spalten. Unser Verweis muss deshalb so abgeändert werden, dass zuerst nach der korrekten Währung und dann zudem nach dem entsprechenden Monat gesucht wird. In der VERGLEICH-Formel werden dann die einzelnen Suchkriterien mittels Kaufmännischem-Und (&) aneinandergereiht ("C3&D3"). Dasselbe wird daraufhin für jeden entsprechenden Suchbereich gemacht ("B6:B20&C6:C20"). Die Reihenfolge der Suchkriterien spielt keine Rolle, sie muss nicht zwingend der Sequenz unserer obigen Definition entsprechen. Dies ist die komplette Formel in Zelle "E3":

{=INDEX(D6:D20;VERGLEICH(C3&D3;B6:B20&C6:C20;0))}

Fällt Dir etwas auf? Genau! Die geschweiften Klammern weisen auf eine sogenannte Matrixformel hin. Speziell daran ist, dass diese nicht selbst eingeben werden, sondern die Formel (ohne geschweifgten Klammern) wird mittels CTRL+Shift+Enter bestätigt! Der Suchvorgang in Matrixformel entspricht dem Iterationsverfahren - es wird zuerst das erste Kriterium (USD) überprüft, dann wird geschaut, ob auf der dazugehörigen Zeile auch der korrekte Monat steht. Falls nein, wird weiter in der ersten Suchspalte nach "USD" gesucht, usw. Das nachfolgende Bild veranschaulicht diesen Ablauf:

WechselkursTabelleVorgehen2

Je nach Datenstruktur kann also eine unterschiedliche Formel zum Zuge kommen - es lohnt sich auf jeden Fall, beide dieser Arten zu verstehen. (P.S.: Zum selben Ergebnis wie mit der vorgestellten Matrixformel würdest Du in diesem Fall auch mittels "=SUMMEWENNS" gelangen. Die komplette Formel lautet: "=SUMMEWENNS(D6:D20;B6:B20;C3;C6:C20;D3)")